„Den Sack nicht zugemacht“

FC Falke Röbersdorf – SV Weichendorf 1:1 (1:0)

von anpfiff.info

Zwei unterschiedliche Halbzeiten sorgten am Ende für ein Remis, bei dem man nicht so recht wusste, wie man es einordnen sollte. Während die Röbersdorfer zahlreiche Chancen vergaben, mussten sie am Ende dennoch glücklich sein, nicht noch einen späten K.O. erfahren zu haben.

„Wir dürfen jetzt den Sand nicht in den Kopf stecken!“

In Anlehnung an die Worte von Lothar Matthäus dürften sich auch die Röbersdorfer nach zuletzt drei Niederlagen am Stück mit 2:9 Toren vor dem Anpfiff gegen den starken Aufsteiger aus Weichendorf gedacht haben, nur nicht zu früh in der Saison in schlechtes Fahrwasser zu geraten. Gewarnt waren die Falken dennoch. Der Gast reiste zwar mit der derzeit besten Offensive der Liga um Christoph Safrath an, musste jedoch unter anderem mit Mauricio Alves einen der beiden Topscorer urlaubsbedingt ersetzen.

Viele Chancen – aber nur ein Tor

Bei den Gastgebern war von einer möglichen Verunsicherung ob des wackeligen Saisonstartes nichts zu sehen. Die Burkard-Elf war sogar in Bestbesetzung am Start. Das konnte sein Gegenüber Jan Scheibe nicht behaupten. Er selbst war erst am Spieltag aus dem Urlaub zurückgekommen – eine Handvoll seiner Stammspieler war hingegen genau dort. Vielleicht war das auch einer der Gründe, warum der Sportverein anfangs überhaupt nicht ins Spiel fand. Bereits nach 70 Sekunden hatte er Glück. Heimstürmer Lukas Dütsch machte aus einer an sich harmlos scheinenden Situation etwas richtig Tolles, indem er nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte von der Strafraumgrenze das Spielgerät im Zweikampf mit einem Abwehrspieler über den etwas zu weit vor seinem Tor stehenden Keeper hob und nur am Pfosten scheiterte. Nur wenige Zeigerumdrehungen weiter scheiterte zunächst Simon Bube nach einer ansehnlichen Einzelaktion im Strafraum an Gästekeeper Johannes Pfister, den Nachschuss konnte Tobias Diller nicht verwerten. Es war gerade einmal eine viertel Stunde gespielt, da bot sich der nächste Hochkaräter für die Falken. Nach einer schönen Hereingabe von links scheiterte wiederum Falken-Kapitän Dütsch am Weichendorfer Torwart. Nach gut zwanzig Minuten sollte er aber dieses eine Mal Sieger im Duell mit dem Gästekeeper bleiben. Marcel Burkard hatte sich zum mittlerweile dritten Mal mit einem Vorstoß produktiv in das Offensivspiel seiner Mannschaft eingeschaltet und bediente Eric Fischer, der noch an Johannes Popp scheiterte. Den Abpraller verwertete der Röbersdorfer Routinier problemlos. Das Führungstor war verdient und überfällig. Die Weichendorfer kamen bis hierhin nicht ins Spiel und nicht in die Zweikämpfe. Das war vom Abwehrverhalten schlicht und einfach zu wenig. Nach der Trinkpause änderte sich das. Zumindest konnten die Gäste in die Partie finden, wenngleich Vieles Stückwerk blieb. Vor allem die Besetzung der Box war ausbaufähig. So kam man nicht einmal zu gefährlichen Situationen im Röbersdorfer Strafraum. Die Pausenführung war deshalb zum einen hochverdient, zum anderen konnten die Gäste von Glück sagen, dass nicht bereits eine Vorentscheidung zugunsten der Falken gefallen war.

Kaum Chancen – aber ein Tor

Es war klar, dass von den Weichendorfern nach der Halbzeit mehr kommen musste – und es kam mehr. Sie standen merkbar höher, attackierten die Röbersdorfer früh in deren eigener Hälfte und gewannen mehr und mehr die Überhand. Allerdings konnten sie daraus zunächst nicht viel machen. Die zündende Idee im letzten Drittel fehlte und große Tormöglichkeiten sprangen nicht heraus. Die vielen Flanken verpufften größtenteils gefahrlos. Mit zunehmender Spieldauer kam von den Hausherren immer weniger. Sie ließen sich bespielen, standen aber defensiv weiter gut. Punktuelle Vorstöße und Entlastungsangriffe liefen stets über Lukas Dütsch, der aber weitestgehend auf sich alleine gestellt war. Trotz der optischen Überlegenheit der Gäste hatte man nicht zwingend das Gefühl, dass sie dem Ausgleich nahe wären. Sie investierten zwar viel, konnten dennoch keine Chancen kreieren. Und so lief ihnen die Zeit davon. Zehn Minuten vor dem regulären Ende konnte man sich schon die Frage stellen, ob es ihnen noch gelingen wird, sich für den großen Aufwand der zweiten Halbzeit zu belohnen. Sie stellten um auf Dreierkette und probierten noch einmal alles. Tatsächlich sollte dann doch noch der Ausgleich fallen. Nach einem weiten Abschlag von Torhüter Pfister leistete sich die Röbersdorfer Abwehr einen Stellungsfehler und ließ Christopher Safrath zum Torabschluss kommen. Diesen konnte Heimkeeper Edemodu noch glänzend per Fuß abwehren. Gegen den Nachschuss von Peter Koch war er aber machtlos – er musste den Ball nur noch ins leere Tor bugsieren. Anstatt sich mit dem späten Punktgewinn zufrieden zu geben, spielten die Gäste nun auf Sieg. Und so entwickelte sich in der Schlussphase ein echter Fight. Es wurde um jeden Meter gekämpft. Auch die Falken mobilisierten noch einmal letzte Kräfte und boten Paroli. Schlussendlich sollte aber keinem der beiden Teams noch der Lucky Punch gelingen, wenngleich Christopher Safrath nach einem katastrophalen Rückpass vom Röbersdorfer Montell Imonsili noch einmal eine gute Chance hatte.

Leistungsgerechte Punkteteilung

In einer Partie mit zwei grundlegend unterschiedlichen Halbzeiten trennten sich beide Mannschaften am Ende unentschieden. Die besseren und zahlreicheren Chancen hatten zwar die Falken, dennoch konnten sie sichtlich am Ende ihrer Kräfte froh sein, dass das Spiel nicht noch länger dauerte und sie das in Summe leistungsgerechte Remis über die Ziellinie bringen konnten.