Tabellenzweiter gegen den Dritten, bestes Fussballwetter und eine große Zuschauerkulisse, alles war gerichtig für das vermeindliche Spitzenspiel. Nur das Team von Anpfiff wurde vermisst – wo wart ihr denn ? Die kommenden 90 Minuten sollten dem Namen „Spitzenspiel“ gerecht werden.
Das Spiel begann ohne Abtasten und gleich mit einem Paukenschlag. In der 2. Spielminute gab es Einwurf auf Höhe des Weichendorfer Strafraums. Fabian Rauh schleuderte die Kugel weit in den Sechzehner, wo Matteo Ott aus drei Metern ungehindert einköpfen konnte. Was für ein Auftakt. Die Hausherren schüttelten sich kurz und waren durch den Gegentreffer wohl aufgeweckt worden, denn sie starteten ihrerseits nun die Offensive. Nach zehn Minuten hatte der Weichendorfer Anhang den Torschrei auf den Lippen, als Gustav Sellmann über die rechte Seite in den Strafraum eindrang und perfekt für Finn Gittel ablegte, dessen Schuss fischte Keeper Dellermann mit einem Hammerreflex noch von der Torlinie. Weiter ging es in Richtung Scheßlitzer Gehäuse. Ein Volleyschuss von Carlo Schmitt krachte ans Gebälk. Auf der Gegenseite musste sich SVW Keeper Johannes Pfister bei einem Freistoß mächtig strecken, um den Ball zur Ecke klären zu können. Zehn Minuten vor der Pause dann endlich der verdiente 1:1 Ausgleich Zuerst zog Finn Gittel ab, wurde geblockt, der Nachschuss von Luis Lappus wurde abgewehrt, aber dann kam der Ball zu Carlo Schmitt, der das Leder aus 16 Metern unhaltbar in den linken Winkel drosch. Fünf Minuten später tauchte Mauricio Alves vor Dellermann auf und schob das Spielgerät schwer bedrängt am langen Eck vorbei. Der letzte Angriff vor der Pause gehörte den Gästen und der führte zum 1:2 Halbzeitstand. Es ging über die rechte Seite in den Strafraum, Jan Völkl legte perfekt in den Rücken der Abwehr und Hennemann vollendete flach ins rechte Eck.
Diesen erneuten Rückschlag musste die Scheibe Elf erstmal verdauen und es kam noch schlimmer. Zehn Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da stand es plötzlich 1:3. Weichendorfs Torhüter Johannes Pfister hatte den Ball am Fuß und wollte ihn auf die rechte Abwehrseite spielen, Jan Völkl roch den Braten und grätschte in den Ball hinein, der danach ins verwaiste Weichendorfer Gehäuse rollte.
Wer nun dachte die Partie ist entschieden, die Gästen stellten bis dato immerhin die beste Defensive der Liga, sah sich getäuscht. Der SV Weichendorf antwortete promt und stellte innerhalb von nur fünf Minuten das Spiel auf 3:3. Beide Treffer erzielte der Weichendorfer Abwehrchef Max Pfister per Kopf. Das 2:3 war ein perfekt getimter Freistoß von Carlo Schmitt aus dem Halbfeld, den Max Pfister aus sechs Metern einköpfen konnte. Und das 3:3 resultierte aus einem Eckstoß. Wieder war es Carlo Schmitt der das Leder auf den zweiten Pfosten brachte, da stand Peter Koch und köpfte zurück in die Mitte, wo wiederum Max Pfister goldrichtig stand und ausgleichen konnte. Was für eine wilde Partie, nun ging es hin und her. Die vielen Zuschauer brauchten ihr Kommen definitiv nicht bereuen.
In der 70. Spielminute ging die SG Scheßlitz/Zeckendorf erneut in Führung. Vorbereiter war abermals der „Man off the Match“ Jan Völkl, der als Abnehmer zum 3:4 den eingewechselten Jannick Schulak fand. In der Restspielzeit versuchte der SVW nochmal alles um auszugleichen und die Gäste lauerten auf Konter um die Entscheidung herbei zuführen. Doch beiden Teams gelang kein weiterer Treffer mehr.
Die SG Scheßlitz/Zeckendorf entführte letztendlich die drei Punkte aus Weichendorf, obwohl ein Unentschieden wohl das gerechtere Ergebnis gewesen wäre. Auf jeden Fall war es ein toller, jederzeit fairer Fight, den die beiden Teams den zahlreichen Zuschauern geboten haben.
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