Weichendorf bleibt im Aufstiegsrennen

Mit einer konsequenten Vorstellung besiegte der gastierende SV Weichendorf im Derby seinen Nachbarn vom SV Merkendorf II verdient mit 1:3. Gerade im zweiten Durchgang präsentierten sich die Gäste eiskalt und wurden ihrer Rolle als Spitzenteam gerecht, weshalb sie zumindest über Nacht auf Rang Zwei springen, während der SVM II trotz einer guten spielerischen Vorstellung mit leeren Händen dasteht.

Derbytime in der Kreisklasse 2. Die Richard-Wagner-Arena hatte ihre Tore bei herrlichem Fußballwetter für das Duell zwischen dem heimischen SV Merkendorf II und dem SV Weichendorf geöffnet, wobei die Partie zumindest für eine Mannschaft noch entscheidende Implikationen für den Saisonausgang haben könnte. Während der SVM II als Sechster des Klassements die Serie relativ entspannt ausklingen lassen kann, befinden sich die Gäste noch im Aufstiegsrennen und könnten mit einem Dreier den SC Heiligenstadt auf Rang Zwei zumindest vorübergehend überholen. Dafür schickte Trainer Manfred Drozd sein Team in einem klassischen 4-4-2-System aufs Feld. Der eigentliche Offensivakteur Oliver Ohland sollte in der Verteidigung mit Christian Konrad, Peter Hecht und Florian Baumgärtner für Stabilität vor dem Tor von Johannes Schuler sorgen. Im Angriff versprachen die Schnelligkeit und Spielfreude der Außenläufer Michael Schrüfer und Christian Schrüfer sowie der Stürmer Tobias Mößner und Fabian Betz Gefahr. Auf Seiten der Merkendorfer setzte Spielertrainer Matthias Waltrapp auf ein 4-2-3-1-System, wobei der 40-Jährige selbst im zentralen offensiven Mittelfeld hinter Stoßspitze und Kapitän Alexander Globisch begann. Auf die Innenverteidiger Alexander Fuchs und Fabian Hoh sowie die Sechser Mikael Eydt und Maximilian Leineweber schien viel Arbeit zuzukommen, während auf den Außenbahnen Steffen Stark und der bezirksligaerfahrene Christoph Pröll starteten.

Weichendorf vergibt gute Gelegenheiten und geht doch in Führung

Bei Frühlingstemperaturen, Sonnenschein und einer Zuschauerkulisse von circa 120 Anhängern begann das Derby mit einem Aufreger. Bevor der Sekundenzeiger seine erste Umdrehung abschließen konnte, hatte Weichendorf die erste Großchance zur Führung. Innenverteidiger Oliver Ohland schickte den schnellen Stürmer Fabian Betz sehenswert auf die Reise, welcher den herauseilenden Torwart Lukas Gunzelmann per Kopf überwand, jedoch das Tor verfehlte. Der anschließende Nachschuss durch Christian Schrüfer wurde von einem Merkendorfer Verteidiger geblockt. Nach diesem ersten Highlight beruhigte sich das Geschehen kurz, während beide Teams Selbstvertrauen sammeln und die eigene Ordnung finden wollten. Der Ball lief durch die defensiven Viererketten und keine Mannschaft riskierte einen Fehler im Spielaufbau. Weder Merkendorf noch Weichendorf spielten ein aggressives Pressing, lediglich nach unsauberen Abspielen verschoben sich die Reihen nach vorne, um einen Ballgewinn zu erzielen. Die nächste Gelegenheit hatten erneut die Gäste. Außenverteidiger Peter Hecht startete ein Dribbling und schob den Ball zwischen den beiden Innenverteidigern, welche sich nicht sauber absprachen, hindurch zu Tobias Mößner, doch der Spielführer vergab alleine vor Torwart Gunzelmann (10.). Und auch die dritte Großchance ließ der SVW liegen, als Fabian Betz nach ansehnlichem Zuspiel durch Tobias Mößner alleine auf Gunzelmann zulief, den Ball jedoch nicht ins Tor, sondern an den Kopf des Hüters schoss (19.). Im Anschluss an diese Gelegenheit gestaltete sich die Partie ausgeglichener. Merkendorf kombinierte zumeist gefällig, fand jedoch kein Durchkommen im Weichendorfer Abwehrverbund und agierte zu harmlos. Spielertrainer Matthias Waltrapp war der Antreiber im Mittelfeld, wechselte aber gleichzeitig wiederholt die Position mit Stürmer Alexander Globisch. Auf Seiten von Weichendorf liefen die meisten Angriffsaktionen über Andreas Pfister und Tobias Mößner. Die Gäste verhielten sich direkter und dadurch gefährlicher, auch wenn die Hintermannschaft zu häufig auf lange Schläge auswich. Merkendorfs erste erwähnenswerte Gelegenheit entstand durch eine Freistoßflanke von Matthias Waltrapp, welche Maximilian Leinweber mit einem nicht bestimmbaren Körperteil Richtung Tor bugsierte, jedoch an Schlussmann Johannes Schuler scheiterte (23.). Bis kurz vor dem Halbzeitpfiff fand die Partie größtenteils im Mittelfeld statt und zahlreiche Fouls zerstörten den Spielfluss. Dann konnten die Gäste doch noch den fälligen Führungstreffer erzielen. Nach einem Heberzuspiel von Fabian Betz wurde Tobias Mößner im Strafraum von Torwart Lukas Gunzelmann zu Fall gebracht und Schiedsrichter Leon Potuzhek entschied auf Elfmeter – eine enge, aber vertretbare Entscheidung. Michael Schrüfer behielt die Nerven und schickte die Teams mit einem 0:1 in die Kabinen (43.).

Weichendorf findet seinen Killerinstinkt und demoralisiert spielfreudige Merkendorfer

Matthias Waltrapp schien während der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden zu haben, denn die Heimelf riss das Spiel in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs an sich. Beinahe hätte Mikael Eydt nach Flanke von Alexander Globisch die Partie ausgeglichen, doch Andreas Pfister konnte ihn bei seinem Abschluss im letzten Moment stören, sodass der Ball das Tor verfehlte (47.). Merkendorf spielte nun vertikaler und gewann mehr und mehr Spielanteile. Doch im Stile einer Spitzenmannschaft traf Weichendorf in die Druckphase des Gegners hinein. Florian Baumgärtner schlug aus dem linken Halbfeld eine Flanke mit viel Übersicht in den Strafraum, wo Fabian Betz den Ball unhaltbar ins lange Eck verlängerte (61.). Merkendorf schien kurzzeitig geschockt, fing sich aber schnell wieder und startete fast wütend neue Angriffsversuche, zumeist über Waltrapp, Globisch und die neuen Flügelspieler Michael Schulz und Michael Weber. Es ergaben sich gute Gelegenheiten für das Heimteam, z.B. für Axel Herrmann, welcher den Ball nach Lupfer von Alexander Globisch über den herauseilenden Torwart Johannes Schuler nicht im verwaisten Tor unterbringen konnte, und Matthias Waltrapp, welcher einen Freistoß von Fabian Hoh knapp am Gehäuse vorbeiköpfte. Eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff gelang Alexander Fuchs per Kopf nach einer Globisch-Ecke der mittlerweile überfällige Anschlusstreffer (74.). Doch erneut zeigten sich die Gäste eiskalt und holten sich das gesamte Momentum der Partie mit dem direkten Gegenzug zurück. Nach einem Missverständnis in der Merkendorfer Innenverteidigung lief Fabian Betz alleine auf das Heimtor zu, umkurvte Lukas Gunzelmann und stellte den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her (76.). Zwar zeigte Merkendorf erneut Moral und initiierte bis zum Schlusspfiff weitere zielstrebige Angriffe, doch fehlten es ihnen heute im Abschlussglück. So scheiterten sowohl der wieder eingewechselte Christoph Pröll (85.) als auch Michael Schulz (86., 87.) an der eigenen Ungenauigkeit oder Torwart Schuler, weshalb die Weichendorfer drei Zähler vom Nachbarn entführen konnten.

Merkendorf spielstark, aber zu harmlos im Abschluss – Weichendorf eiskalt in den wichtigen Momenten

Die circa 120 Zuschauer in Merkendorf wurden mit einem intensiven, ansehnlichen und ereignisreichen Derby für ihr Kommen belohnt und sahen im SV Weichendorf einen letztlich verdienten Sieger. Die Heimelf des SV Merkendorf II präsentierte sich über die 90 Minuten sehr spielstark und bestätigte die gute Platzierung im ersten Jahr ihrer Kreisklassenzugehörigkeit. Die Jungs von Matthias Waltrapp zeigten schöne Kombinationen, wurden im zweiten Durchgang zielstrebiger und bewiesen nach den bitteren Gegentoren Moral, doch letztlich fehlte es an der notwendigen Kaltschnäuzigkeit im Abschluss, um das Spitzenteam aus Weichendorf zu ärgern. Besonders Waltrapp, Alexander Globisch und Mikael Eydt zeigten sich in guter Verfassung, konnten die Spielanteile aber nicht in Tore ummünzen. Außerdem wurden die defensiven Fehler des SVM II gnadenlos bestraft. Die Gäste aus Weichendorf wiederum dürfen sich zumindest für eine Nacht über den zweiten Rang freuen. Zu Beginn der Partie waren die Schützlinge von Manfred Drozd sehr aktiv, vergaben jedoch die entstehenden Gelegenheiten. Im Laufe der Partie setzte der SVW jedoch Nadelstiche in den richtigen Momenten – direkt vor der Pause, in die gegnerische Drangphase und nach dem Anschlusstreffer – und sicherte sich so im Stile eines Topteams die drei Zähler. Gerade Andreas Pfister, Tobias Mößner und der schnelle Fabian Betz überzeugten offensiv. Gleichzeitig zeigte sich die eigene Defensive um den starken Oliver Ohland zumeist gut organisiert und erlaubte den spielfreudigen Merkendorfern nur wenige Abschlüsse. Mit solch effizienten Leistungen darf sich Weichendorf noch Hoffnung auf den Relegationsrang machen, auch wenn sie dafür auf Ausrutscher des SC Heiligenstadt angewiesen sind.

Quelle: anpfiff.info

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